Digitalisierung Nachrichten

Über 80 Prozent der Behördendienste immer noch offline

Mimi Thian auf Unsplash

Vergleichsportal: Ziel zur Digitalisierung der Verwaltung “klar
verfehlt”

Heidelberg (AFP) – Bis Ende dieses Jahres sollten eigentlich alle Behördendienste in Deutschland auch online nutzbar sein – doch aktuell können die Bürgerinnen und Bürger weniger als ein Fünftel aller Behördenservices vollständig übers Internet in Anspruch nehmen. Seit März gab es zudem nur kleine Fortschritte, wie eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox ergab.  Im europäischen Vergleich belegt Deutschland Platz 21 von 35 Ländern.

Laut Verivox-Zählung sind nur 101 von 579 Verwaltungsleistungen in Deutschland derzeit komplett online nutzbar. 143 behördliche Dienstleistungen sind teilweise online abrufbar, 326 Leistungen sind gar nicht digitalisiert. Im März waren 89 Services von 581 vollständig digital abrufbar gewesen.

Zu den online nutzbaren Leistungen gehören Anträge auf Arbeitslosengeld, Pflegegeld oder Führerscheine, auch Anzeigen sowie die Steuererklärung sind bundesweit vollständig online möglich. Am weitesten gediehen ist die Digitalisierung demnach im Gesundheitsbereich; fast ein Drittel der Leistungen (etwa ein Antrag auf Krankengeld) lässt sich online abrufen. Schlusslicht unter 14 festgelegten Themenfeldern ist der Bereich Ein- und Auswanderung.

Laut Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs (OZG) sollten bis Ende des Jahres sämtliche Verwaltungsleistungen online verfügbar sein. im Mai wurden 35 Leistungen priorisiert – neben der Ummeldung des Wohnsitzes war darunter auch der Antrag auf eine Waffenbesitzkarte. Mitte Dezember waren nur sieben dieser 35 Services deutschlandweit digital verfügbar.

“Der wichtige Digitalisierungsprozess hin zu einer effizienteren, bürgerfreundlicheren Verwaltung kommt kaum voran”, zog Jens-Uwe Theumer von Verivox das Fazit. Grund sei die fehlende technologische Standardisierung. Es fehle oft schon an einfachen digitalen Werkzeugen. “Vielfach gibt es in deutschen Behörden zum Beispiel noch nicht einmal die Möglichkeit zum digitalen Upload von Dokumenten.”


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