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Fifa-Drohung wegen “One Love”-Armbinde

Foto: Einfahrt zum Gelände des FIFA-Hauptquartiers von MCaviglia, CC BY-SA 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

Amnesty International: Weltfußballverband tritt Menschenrechte mit Füßen

Berlin (AFP) – Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Drohung des Weltfußballverbands Fifa mit Sanktionen gegen Spieler, die bei der WM in Katar mit einer “One Love”-Armbinde auflaufen, als “grotesk” bezeichnet. “Die Fifa fährt schweres Geschütz gegen einzelne Spieler auf, um nationale Fußballverbände daran zu hindern, sich für Menschenrechte auszusprechen”, erklärte der Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, Markus N. Beeko, am Montag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin.

“Das ist grotesk und ein weiterer Beleg dafür, dass die Fifa ihre eigenen Werte und Verantwortlichkeiten mit Füßen tritt”, erklärte Beeko. Die Fifa habe sich “zu den Menschenrechten bekannt und dazu gehört auch das Recht, zu lieben, wen man möchte, ohne Angst vor Verfolgung und Diskriminierung”.

Diesem Bekenntnis folgten aber keine Taten, kritisierte Beeko. “Stattdessen geht der Verband gegen Spieler vor, die auf dieses Versäumnis reagieren und ihre Solidarität bekunden wollen.” Beeko nannte dies einen “Schlag ins Gesicht aller Menschen, die sich für die Rechte der LGBTI+ Community einsetzen”.

Der deutsche Mannschaftskapitän Manuel Neuer wollte ebenso wie seine Kollegen aus den Niederlanden, England, Wales, der Schweiz, Belgien und Dänemark die vielfarbige Armbinde mit einem Herz als Zeichen gegen Diskriminierung während des Turniers in dem Golfstaat tragen. Die europäischen Verbände machten aber einen Rückzieher, nachdem die Fifa mit “sportlichen Sanktionen” gedroht hatte.

Fifa-Regeln verbieten es Spielern, Kleidung zu tragen, die nicht vom Weltverband autorisiert wurden. Bei Zuwiderhandlung drohen den Spielern gelbe Karten.

Die Armbinden sind Teil einer Kampagne für Inklusion. Sie gelten als Protest gegen die Gesetze des WM-Gastgebers Katar, der unter anderem Homosexualität unter Strafe stellt.


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