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Verbesserte Arbeitsbedingungen auf WM-Baustellen

Fußball (veröffentlicht von M.Z. auf unsplash)

Gewerkschaftler Schäfers: Gilt nicht für Masse der Wanderarbeiter in Katar

Frankfurt am Main (AFP) – Die viel kritisierten Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen in Katar haben sich nach Einschätzung des deutschen Gewerkschafters Dietmar Schäfers deutlich verbessert. “Mein Eindruck ist, dass es den Wanderarbeitern auf den WM-Baustellen zuletzt viel besser ging.” Es gebe aber nach wie vor Probleme. Die Verbesserungen gälten “nicht für die Masse der über zwei Millionen Wanderarbeiter in Katar, sondern nur für die in der Spitze rund 40.000 Arbeiter auf den WM-Baustellen”.

Schäfers war als Vizepräsident der globalen Gewerkschaftsföderation BHI in den vergangenen Jahren regelmäßig in Katar und hat laut Bericht selbst mit hunderten Gastarbeitern gesprochen. Die Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen “entsprachen dank der Maßnahmen der vergangenen Jahre den deutschen oder amerikanischen Standards”, sagte er der “FAZ”.

Es komme zwar immer noch vor, “dass Wanderarbeitern ihr Lohn vorenthalten wird oder ihre Pässe einbehalten werden”, sagte der Gewerkschafter weiter.  Aber es gebe eine Entwicklung, und an der müsse man festhalten.

Die Fußballweltmeisterschaft beginnt am Sonntag. Es ist das erste Mal, dass sie in einem arabischen Land ausgetragen wird – und das erste Mal nicht im Sommer, sondern am Jahresende. Katar steht als WM-Gastgeber wegen der Menschenrechtslage in dem Golfemirat in der Kritik.

Schäfers forderte die Regierung in Katar auf, die Arbeitsreformen der vergangenen Jahre konsequenter umzusetzen und härtere Strafen zu verhängen.  Die Reformen sehen unter anderem einen Mindestlohn von umgerechnet 270 Euro
im Monat vor. Zudem sollen Wanderarbeiter den Arbeitgeber ohne dessen Zustimmung wechseln dürfen. Schäfers sieht auch multinationale Bauunternehmen aus Deutschland, Frankreich und Österreich sowie die Herkunftsländer in der Verantwortung, für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen.


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