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Hidden Champions als Türöffner für CSR?!

Foto: Ben White auf Unsplash

“Best Practice“ auf internationalen Märkten

Sie agieren im Unbekannten und sind zugleich Erfolgsträger. Hidden Champions wie die Alfred Kärcher SE & Co. KG, ElringKlinger AG, Fränkische Rohrwerke Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG, Kion Group AG, Nemetschek Group, Software AG oder die va-Q-tec AG mögen überwiegend nur Brancheninsidern etwas sagen. Den Bekanntheitsgrad der Global Player haben sie nicht. Sie gehören in ihren Märkten zum Spitzentrio oder liegen auf der Pole Position in ihrem Heimatkontinent. Ihr Jahresumsatz liegt über fünf Mrd. Euro. Und dennoch sind sie eines – weitgehend unbekannt. Und genau dies ist mit Blick auf Corporate Social Responsibility (CSR) von besonderer Relevanz!

Von Sascha Genders

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass CSR kein Gutmenschentum, sondern betriebswirtschaftlicher Erfolgsgarant ist. Aufgrund der Treiber Markt und Ordnungspolitik verankern Unternehmen CSR strategisch in ihrem Kerngeschäft und tragen nebst unternehmerischem Erfolg auch zu einem gesellschaftlichen Mehrwert bei. Mit Blick auf globale Herausforderungen – vorneweg Klimawandel und demographischer Wandel, die Verteilung von Wohlstand oder die Auswirkungen der Digitalisierung – notwendige Schritte.

Auffällig ist, dass viele Betriebe – so der Praxisblick – zu selten über all das Gute reden, was sie tun. Nun mag der Grundsatz gelten „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ und es ist sicherlich wichtiger, Gutes zu tun, anstatt nur darüber zu reden. Aber wenn es darum geht, trotz immer stärkerer ordnungspolitischer Belastung auch vom Mehrwert strategischer CSR als betriebswirtschaftlichen Kern eines Unternehmens zu überzeugen, ist es wichtig, doch bitte auch über all das Gute zu sprechen was man tut, um einer falschen Stigmatisierung im Sinne von „Der Unternehmer ist immer der Böse“ entgegenzuwirken (ich rede hierbei nicht von „Greenwashing“!).

Zurück zu Hidden Champions. Da sie bzw. ihr Handeln nicht nur weitgehend unbekannt ist und sie zudem nur selten über ihre CSR reden, tun wir dies doch – denn es lohnt sich. Egal ob eigene Nachhaltigkeitsprogramme, die Implementierung der Sustainable Development Goals (SDGs) in das eigene Geschäft, eine klimaneutrale Produktionsweise oder die bei familiengeführten Betrieben in der Betriebs-DNA implementierte Generationen-Denkweise – all dies sind Facetten, mittels derer Hidden Champions agieren. Nachhaltigkeit ist manifestiert – und trägt zum Erfolg bei. Denn gerade die Resilienz der Hidden Champions, deren Agilität und Dynamik, die Notwendigkeit, sich durch Innovationen und Kreativität stets neu erfinden zu müssen, fußt nicht zuletzt auf der strategischen CSR-Verankerung. Risikoprämien und Kosten sinken, Arbeitsnehmer werden auf „gute“ Betriebe aufmerksam oder der Kredit- und Kapitalmarkt wertschätzt Nachhaltigkeit. CSR ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor von Hidden Champions.

Und eines ist entscheidend: Hidden Champions agieren international erfolgreich – auch dank ihrer strategischen CSR. Lassen Sie uns aber den Gedanken rumdrehen: Was spricht dagegen, dass Hidden Champions nicht nur auf den globalen Weltmärkten mit Produkten und Dienstleistungen expandieren. Was, wenn Hidden Champions nicht nur dazu beitragen Arbeitsplätze, Investitionen oder technisches Know-how in die Welt zu tragen, sondern wenn sie den Erfolgsfaktor CSR exportieren? Meiner Ansicht nach nichts, denn die Praxis zeigt genau dies! Agieren Hidden Champions (auch dank Nachhaltigkeit) erfolgreich auf internationalen Märkten, dann zeigen sie im Sinne von „Best Practice“ auf, dass CSR heutzutage unabkömmlich für langfristigen unternehmerischen Erfolg ist. Womöglich erkennen potenzielle Mitwettbewerber in anderen Ländern dieses „Erfolgsgeheimnis“, ahmen es nach und leisten somit ihren eigenen Beitrag im Sinne einer Symbiose aus unternehmerischem und gesellschaftlichem Mehrwert. Eine Win-Win-Situation für die Weltgemeinschaft. Hidden Champions können faktisch dazu beitragen, den CSR-Gedanken in die Welt zu tragen, und sie tun dies bereits intensiv. Politisch ist daher anzuempfehlen, nebst aller Ordnungspolitik insbesondere die exportorientierte Wirtschaft zu stärken, auf globale Standards hinzuwirken und per se auf nachhaltig erfolgreiches Unternehmertum zu setzen – dann gelingt Hidden Champions und somit dem „Beweis für funktionierende CSR“ auch zukünftig der Schritt aus der unbekannten Nische in Richtung globaler Weltbühne!

Autor: Dr. Sascha Genders
Kontakt: LinkedIn: Dr. Sascha Genders, Twitter: @SaschaGenders.


Bücher: „CSR und Hidden Champions“ / „Wie Gier uns retten kann“

Das Buch „CSR und Hidden Champions – Mit Unternehmensverantwortung zum Weltmarktführer“ von Dr. Sascha Genders und Dr. Christian Seynstahl erscheint zeitnah bei Springer Gabler (eBook ISBN 978-3-662-62816-4, Softcover ISBN 978-3-662-62815-7). Anfang August hat Dr. Genders das Buch „Wie Gier uns retten kann – Nachhaltigkeit, Unternehmertum und das Streben nach Gewinn“ veröffentlicht (Springer Gabler, eBook ISBN 978-3-662-63092-1, Softcover ISBN 978-3-662-63091-4).


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