Immobilienwirtschaft Kirche Nachrichten

Vatikan-Finanzchef: Transparenz schützt besser als Geheimhaltung

Vatikan (Simone Savoldi auf Unsplash)

Güterverwaltung des Vatikans veröffentlicht erstmals Jahresbilanz

Vatikanstadt (AFP) – Wenige Tage vor dem Beginn eines Gerichtsverfahrens wegen Immobiliengeschäften hat die Güterverwaltung des Vatikans (Apsa) erstmals ihre Jahresbilanz veröffentlicht. Juan Antonio Guerrero, der Präfekt des Wirtschaftssekretariats des Heiligen Stuhls sagte, der Kirchenstaat unternehme nie dagewesene Anstrengungen, Transparenz in seine Finanzen zu bringen. “Wir kommen aus einer Kultur der Geheimhaltung aber wir haben gelernt, dass Transparenz uns in wirtschaftlichen Angelegenheiten besser schützen kann”, sagte Guerrero.

Aus den am Samstag vorgelegten Unterlagen geht unter anderem hervor, dass der Apsa 4051 Liegenschaften in Italien und 1120 in London, Paris, Genf und Lausanne gehören.

Eine der Immobilien in London, die in Luxuswohnungen umgewandelt werden sollte, steht im Mittelpunkt des Prozesses, der in der kommenden Woche beginnen soll. Dabei geht es auch um die mutmaßliche Veruntreuung von Geldern aus Wohltätigkeitsfonds.

Als Konsequenz aus dem Immobilienskandal hatte Franziskus im vergangenen November dem Staatssekretariat des Vatikans die Finanzhoheit entzogen. Für die Verwaltung von Vermögen und Immobilien der Spitzenbehörde ist nun die vatikanische Güterverwaltung Apsa zuständig.

Aus den Unterlagen der Apsa geht hervor, dass rund 14 Prozent der Immobilien des Vatikans zu marktüblichen Preisen vermietet werden. Aus den Gewinnen wird die Arbeit des Kirchenstaats und Wohltätigkeit finanziert. Die übrigen 86 Prozent werden größtenteils als Wohn- oder Büroflächen zu günstigeren Preisen vom Vatikan selbst genutzt.


Werden Sie Teil der CSR NEWS-Community, gestalten Sie den Nachhaltigkeitsdialog mit, vermitteln Sie Impulse in unsere Gesellschaft und lesen Sie uns auch als eBook (PDF/ePUB). > Weitere Infos

Hinterlassen Sie einen Kommentar